Kreisqualifikation als Nadelöhr

17/04/15

Handball-Aufstiegsrunden: Maximal vier Jugendteams können überkreislich spielen
Bünde(BZ). Nur noch vier Nachwuchsmannschaften aus dem Bünder Land haben in diesem Jahr die Chance, in eine überkreisliche Handball-Spielklasse zu spielen. Bei der A- und B-Jugend bewerben sich jeweils der CVJM Rödinghausen und die SG Bünde-Dünne. Weitere Teams wurden vom Handballkreis nicht zugelassen.

Von Sebastian Picht

Das gleiche Spiel wie in jedem Jahr: Der Modus bei der A-Jugend-Aufstiegsrunde gleicht einer kniffligen Denksportaufgabe. Der Handballkreis Bielefeld-Herford hat sich entschieden, die bisherige Turnierform auf Kreisebene abzuschaffen. Die Kreisqualifikation für die weiterführenden Aufstiegsrunden auf Bezirksebene dürfen nur noch Vereine spielen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Herangezogen werden die Platzierungen der A- und B-Jugendlichen in der Vorsaison sowie der B-Jugend in der Saison 2013/2014. Als Oberligisten 2014/2015 sind der TuS Bielefeld-Jöllenbeck und die TSG Altenhagen-Heepen nach einer Entscheidung des Kreisvorstandes von der Kreisquali befreit. Beide sind für die Vorqualifikation zur Jugend-Bundesliga gesetzt, können theoretisch aber noch bis zur Kreisebene zurückfallen. Im Vorjahr hatte es zwischen den beiden Bielefelder Vertretern und der SG Bünde-Dünne noch eine Vorqualifikation zur Vorqualifikation gegeben, die ist nun hinfällig.

Die SGBD und der CVJM Rödinghausen sind als Bezirksligisten 2014/2015 immerhin zur Kreisqualifikation zugelassen. Daran teilnehmen dürfen auch die JSG Lenzinghausen-Spenge und der VfL Herford als beste Teams aus der abgelaufenen A-Jugend-Kreisliga sowie die JSG LöMo als Zweiter der B-Jugend-Kreisliga (hinter Rödinghausen).

Anders als im Vorjahr wird die Kreisqualifikation nicht mehr in Turnierform absolviert, sondern im einfachen Ligamodus. Jede Mannschaft hat vier Spiele gegen jeden Gegner über die volle Spielzeit. Die beiden besten dieser Fünferrunde qualifizieren sich für die weiterführenden Aufstiegsrunden auf Bezirksebene. Dort geht es gegen die Vertreter der anderen Kreise aus dem Bezirk Nord um zwei bis vier Aufsteiger zur Oberliga und zwölf Aufsteiger zur Landesliga. Sollten Jöllenbeck und Altenhagen-Heepen in der Vorqualifikation zur Bundesliga scheitern, würden sie hier in den Wettbewerb einsteigen. Garantiert ist eine überkreisliche Spielklasse im Fall der erfolgreichen Teilnahme an der Kreisquali nicht. Allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, es gibt in mehreren Spielrunden bis zu vier Gelegenheiten, sich einen der begehrten Plätze zu sichern.

»Das Nadelöhr ist die Kreisqualifikation«, sagt Guido Mailänder, der weiter mit Thomas Breuer und Peter Erdbrügger die A-Jugend der SGBD trainiert. »Es wird schwer, die Kreisqualifikation zu überstehen. Danach sehe ich dann keine Probleme mehr. Gut ist, dass die Spielzeit auf Kreisebene nun ausgedehnt wurde. In der bisherigen Turnierform mit verkürzter Spielform war das Glück oft ein entscheidender Faktor.«

An der am Samstag beginnenden Kreisqualifikation hätten gerne mehr als nur fünf Vereine teilgenommen. Auch die HSG Spradow, die in diesem Bereich in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft mit dem TV Häver bilden wird, wäre gerne dabei gewesen, erfüllte aber die Kriterien für einen Startplatz nicht. »Wir hätten definitiv an der Aufstiegsrunde teilgenommen«, sagt HSG-Jugendobmann Julian Brandt. »Die Argumentation des Kreises können wir zwar zu 100 Prozent nachvollziehen, aber dennoch sind wir enttäuscht. Gerade nach dem Zusammenschluss mit Häver hatten wir uns etwas ausgerechnet. Jetzt müssen wir eben eine starke Saison in der Kreisliga spielen.«

Bei der Kreisqualifikation bestreiten an diesem Sonntag mit der SGBD (Trainer: Christian Brockschmidt), dem TuS Brake, TSVE Bielefeld und dem VfL Herford vier Mannschaften zunächst eine Vorqualifikation bei einem Viererturnier. Die schlechteste Mannschaft scheidet aus. »Um einen im vorgegebenen Zeitraum machbaren Turniermodus in der Form ›Jeder gegen Jeden‹ realisieren zu können, bedurfte es der Reduzierung der acht gemeldeten Mannschaften auf sieben«, sagt Patrick Puls, Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses. Anhand der in allen Altersklassen geltenden Richtlinien wurde ein Ranking gebildet, aus dem sich die Teilnehmer der Vorqualifikation ergaben.

Die verbliebenen sieben Teams spielen im Modus »Jeder gegen Jeden« in drei Turnierrunden weiter, dann wird eine Abschlusstabelle gebildet. Definitiv dabei sind: TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, TSG Altenhagen-Heepen, JSG Lenzinghausen-Spenge und CVJM Rödinghausen. Die beiden erstplatzierten Teams steigen in die Landesliga auf und dürfen an der Oberliga-Qualifikation teilnehmen. Der Dritte qualifiziert sich direkt für die Landesliga und der Vierte und Fünfte haben überkreislich die Chance, sich noch für die Landesliga zu qualifizieren.


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